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SPD erweist dem Pflegedienst einen Bärendienst - Anforderungen an Pflegekräfte völlig ausgeblendet
Berlin. Realitätsferne und völlige Unkenntnis der Erfordernisse in Alten- und Pflegeheimen hat der saarländische CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Funk der nordrhein-westfälischen SPD-Vorsitzenden Hannelore Kraft vorgehalten. Er bezog sich damit auf die Forderung, Langzeitarbeitslose in solchen Heimen einzusetzen und ihnen hierfür einen geringen Aufschlag zu den Hartz-IV-Einkünften zu zahlen.
Mit ihrem vom Wahlkampf diktierten und auch von der Bundes-SPD unterstützten Vorschlag hat die SPD-Politikerin die hohen Anforderungen an Pflegerinnen und Pflegern von alten, kranken und insbesondere dementen Menschen völlig ausgeblendet, erklärte Funk. Gerade die Betreuung dieser Personen mit einer so genannten beschränkten Alltagskompetenz erfordere eine qualifizierte Ausbildung, die hohe Anforderungen an die Persönlichkeit, soziale Beziehungen, Fachlichkeit und Handlungsfähigkeit der Betreuer stelle.Ferner habe die SPD-Landesvorsitzende bei ihrem Vorpreschen verdrängt, dass ein Einsatz von Landzeitarbeitslosen in den Betreuungseinrichtungen erhebliche rechtliche Fragen aufwerfe. So bleibe die Organisations- und Anordnungsverantwortung bei den qualifizierten Pflegekräften. Bei einer höheren Zahl von nicht qualifiziertem Personal müssten die Heime zudem Mentoren zur Koordination und fachlichen Unterstützung bereitstellen. Dies verursache dann einen erhöhten bürokratischen Aufwand und zusätzliche Kosten.
Nicht vergessen werden dürfe schließlich, dass Pflegekassen bei der Überprüfung von Pflegeeinrichtungen besonders hohen Wert auf die Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter legten, die bei den von Kraft ins Spiel gebrachten Hilfskräften nur selten gegeben sein dürfte. Angesichts der demografischen Entwicklung mit einer steigenden Zahl aller und dementer Menschen sei Krafts Forderung wenig hilfreich.
Funk: „Der Personalbedarf in den Pflegeheimen kann langfristig nur gesichert werden, wenn der schwierige Pflegeberuf die notwendige gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung erhält. Kraft suggerierte, dass praktisch jedermann ohne vorherige qualifizierte Ausbildung in Heimen hilfsbedürftige Menschen betreuen kann. Dem Pflegedienst und den Menschen, die auf ihn angewiesen seien, hat sie damit einen Bärendienst erwiesen.“
Alex Funk
23.03.2010