Ausgabe 17/2010
Ausgabe 17/2010

Liebe Leserinnen und Leser,

noch hält uns die Fußballweltmeisterschaft in ihrem Bann. Nach dem Auftakt der deutschen Mannschaft herrschte Euphorie, wurde von einer neuen Spielkultur gesprochen, dann folgte mit dem Spiel gegen Serbien die Ernüchterung. Es ist wohl nicht nur Zufall, dass sich Parallelen zum Start der schwarz-gelben Koalition geradezu aufdrängen.

Abgesehen von völlig unnötigen Streitereien unter den Koalitionären haben die so genannten Sachzwänge, hier also Sparzwänge, voreilige Enthusiasten wieder auf den harten Boden der Realität zurückgeholt. Einem übereifrigen Schiedsrichter kann die Koalition ihr unbefriedigendes Image in der Öffentlichkeit nicht anlasten. Sie muss vielmehr zu ihrer „Spielfreude“ zurückfinden, die Akteure müssen die zugewiesenen Plätze einhalten und dürfen weder die eigenen Mannschaftsmitglieder noch den Gegner foulen.

Im Übrigen befindet sich die Koalition noch in der ersten Halbzeit. Und wenn beim Fußball die profane Weisheit lautet, dass ein Spiel neunzig Minuten dauert, sind es für Bundestag und Bundesregierung vier Jahre. Auf eine Verlängerung zu bauen, kann verheerende Folgen haben, wie in Nordrhein-Westfalen Mannschaftsführer Jürgen Rüttgers nun leidvoll erfahren muss. Der Grundstein für den Erfolg muss jetzt, also in den ersten Spielminuten, gelegt werden, und zwar durch eigene Anstrengungen und nicht in der Hoffnung auf einen Foulelfmeter. Auch der kann verschossen werden, wie wir jetzt wieder erfahren haben.

Um es kurz zu sagen: Die schwarz-gelbe Koalition muss zum Mannschaftsgeist finden, ihren Teamgeist beleben, den Gegner sorgfältig studieren und die erforderlichen Konsequenzen ziehen. Dann, dessen bin ich mir sicher, wird sie 2013 als Sieger dastehen, nicht vom Platz gehen müssen, sondern weitere vier Jahre Spiel bestimmend sein – aber eben auch nur dann. Meiner eigenen „Mannschaft“ rufe ich deshalb – mit Nina Ruge – zu: Alles wird gut.

In diesem Sinn wünsche ich eine schöne Zeit.

Ihr

Alex Funk

20.06.2010
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