Lieber Leserin, lieber Leser,
schon oft habe ich Ihnen an dieser Stelle von den aktuellen Entwicklungen in der Schuldenkrise
berichtet, meine Befürchtungen mit Ihnen geteilt und meine Ablehnung der Politik des Rauspaukens von Schuldenstaaten begründet.
Auch diese Woche hatte es wieder in sich:
Von Christine Lagarde, Chefin des IWF, die bereits als französische Finanzministerin gefordert hatte, Deutschland solle doch etwas von seiner Leistungsfähigkeit einbüßen, um andere Euro-Länder attraktiver zu machen, kam bereits die
Forderung, den dauerhaften Rettungsschirm ESM auf 1.000.000.000.000.000 € [1 Billion Euro] aufzustocken. Mario Monti, Ministerpräsident Italiens sekundierte und rief Deutschland dazu auf, viel mehr Geld zur Verfügung zu stellen, bevor die Italiener den Glauben an ‚Europa’ verlören. Und schließlich spülte die EZB weitere 500 Milliarden Euro zu kleinstem Zinssatz in das Bankensystem – kein Wunder, dass davon zumindest teilweise Staatsanleihen der Südperipherie gezeichnet werden.
Die wirtschaftliche Wirklichkeit indes bleibt düster:
Experten befürchten bereits ein weiteres Milliardenpaket für Portugal, Griechenland ist – wie wir eigentlich seit Mai 2010 wissen - insolvent und verfehlt so eklatant alle Ziele, dass selbst
eingefleischte Befürworter der Bürgschaften ins Zweifeln geraten, Spaniens Neuverschuldung steigt weiter und ist um Längen von der Zielmarke von 3% des BIP entfernt – das trifft übrigens auf alle südlichen Euro-Länder zu.
Derweil diskutieren wir in den Gremien und Ausschüssen Maßnahmen des sogenannten ‚Fiskalpaktes’: Länder sollen sich etwa dazu verpflichten, ihre Verschuldung jährlich um ein Zwanzigstel des Gesamtstandes zu senken – im schlimmsten Fall droht ein Verfahren vor dem EuGH.
Nächste Woche bin ich bei vielen Terminen und Gesprächen im Saarland unterwegs, unter anderem in Saarbrücken, Bexbach, Heinitz und St. Ingbert.
Ich freue mich auf Sie und die Gespräche mit Ihnen und bin
Ihr
Alex Funk
28.01.2012› Zurück zum Wochenberichte-Archiv